Die Malbergbahn kann heute immer noch als eine herausragende technische Leistung angesehen werden. Bau der Strecke Bergstation mit Wasserreservoir, das zugleich als Ententeich und Attraktion diente. Das Wasser wurde in der Nacht mit günstigem Strom auf den Berg gepumpt und war so bemessen, daß es auch bei sehr ungünstigen Bedingungen für einen Tagesbetrieb ausreichte. Die Bergstation von der Strecke aus gesehen. Im Untergeschoss des Hauses liegt die Seilführung mit großer Umlenkrolle, die jedoch keinen Antrieb darstellt. Dieser erfolgt ausschliesslich durch das in den bergseits stehenden Waren eingelassene Wasser.
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100 Jahre - und nun?
Die Malbergbahn und ihre Entstehung von Elisabeth Eckstein zum 100jährigen Bestehen der Malbergbahn im Jahre 1987 Seit Bad Ems als Kurort bekannt, ist der Malberg mit seiner Höhenlage und Bewaldung als Ausflugsziel immer Inbegriff eines Kuraufenthaltes gewesen. Er wird auch weiterhin seine Bedeutung behalten. Um 1830 begann Bettina von Brentano mit dem Eselreiten, und es gibt Briefe von Clemens von Bretano aus dem Jahre 1826 und von Emanuel Geibel aus dem Jahre 1858, die vom Eselreiten auf den Malberg berichten. An heißen Sommertagen konnten sich Kurgäste und Einheimische immer in der Kühle des Waldes in einer Höhe von ca. 350 m über NN erholen. Bis in die letzte Gegenwart hinein verordneten Badeärzte Asthmatikern und Bronchialkranken Spaziergänge auf dem "Hohen Malberg". Als die Emser Spielbank 1872 geschlossen wurde, blieben viele Ausländer fort. Die Gästezahl in Bad Ems ging merklich zurück. In jenen Jahren, als es schon genug Bäder mit Quellen und Indikationen gab, entdeckte man das Heilklima einer Höhenlage und der Begriff "Luftkurort" gewann langsam an Bedeutung. Man suchte Attraktionen, um den Fremdenverkehr wieder zu beleben. Ab 1879 wurde man auf den Malberg erneut aufmerksam, pries Höhenlage und ozonhaltige Luft und beschloß, ein Hotel auf der Höhe zu bauen. Eine Bergbahn sollte den Zugang zum Hotel und dem Ausflugsgebiet erschließen. Im Jahre 1885 bildete sich eine Hotelgesellschaft. Die Geldgeber waren das Bankhaus Stern mit 160.000,-- Goldmark Startkapital und Baumeister Schrader aus Köln. Diese und andere Teilnehmer gründeten die Malbergbahn AG (MAG), die am 3. Dez. 1886 ins Handelsregister eingetragen wurde. Hotelgesellschaft und MAG beschlossen gemeinsam, die Konzession für den Bau einer Seilbahn mit Zahnstangengleise zu erwirken, Schrader und Stern sollten die Bauentwürfe bestellen und das Kapital nachweisen. Die Hotelgesellschaft hatte bereits ein Grundstück auf dem Malberg erworben. Dort sollte ein Hotel mit einem Restaurant-Betrieb für ca. 150 Personen erstellt werden. Das Grundstück zum Bau der Bahn wurde zunächst gepachtet. Da die Bahn mit Wasserkraft und Elektrizität laufen sollte, mußte ein Wasserreservoir - ein künstlicher Weiher - auf dem Berg eingerichtet werden und ein elektrisches Pumpwerk im Tal. Die Planung der Malbergbahn war die Voraussetzung für den Bau eines der ersten öffentlichen Elektrizitätswerke in Bad Ems. Im November 1886 wurde mit den Bauarbeiten begonnen. Trotz eines sehr kalten und langen Winters, zeitweise wurde bei Laternenbeleuchtung weitergearbeitet, konnten die Baumaßnahmen innerhalb von acht Monaten beendet werden. Eine erstaunliche Leistung, wenn man bedenkt, daß vor 100 Jahren außer der menschlichen Arbeitskraft keine nennenswerten technischen Hilfsmittel zur Verfügung standen. Das geplante Hotel und die Bergbahn auf dem Malberg mit Tal- und Bergstationen sollten im Jahre 1887 fertiggestellt sein. Fieberhaft wurde daran gearbeitet und man erreichte die Fertigstellung von beiden Projekten. Das Maschinenhaus enstand in der Wilhelmsallee 40, dort, wo heute noch die Main-Kraftwerke AG, Frankfurt-Höchst, ihr Depot eingerichtet hat, mit zwei Humboldt-Dampfmaschinen, zwei Humboldt-Kesseln und vier Dynamo- Maschinen. Ende 1886 fand die erste Probebeleuchtung im Maschinenhaus, im Kursaal und in verschiedenen Hotels statt. Nach mehreren Probefahrten fand am 5. Juni 1887 die offizielle Einweihung der Malbergbahn statt, deren Bau ca. 500.000 Goldmark kostete. Die Einweihungsfeierlichkeiten gestalteten sich für die Stadt Bad Ems und alle Besucher zu einem Volksfest. Die erste offizielle Fahrt der Bahn fand um 16.00 Uhr mit 40 geladenen Gästen statt. Die Feierlichkeiten dauerten bei viel Musik und buntem Treiben bis 21.00 Uhr. Mit elektrischer Beleuchtung erfolgte die Talfahrt. 400 Personen hatte man an diesem Tag mit der Bahn befördert. Viele Jahre fuhr die Bahn mit ausgeglichenen Finanzen. Die Einnahmen betrugen in der Saison oft 12.000 Goldmark. Die Malbergbahn wurde eine Attraktion. Eine technische Neuheit als Beförderungsmittel machte den Malberg mit dem erstellten Hotel zu einem Anziehungspunkt als Naherholungsgebiet für alle Kurgäste, Besucher und nicht zuletzt für die Emser Bürger.
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